09.04.2026 07:30
Auf dem Velo unterwegs in Afrika
Jörg Heierli berichtet in einem Vortrag von «Irgendwo in Afrika»
«Afrika? Da ist es doch viel zu gefährlich. Das würde ich mich nie trauen!» Diesen Satz habe ich als Abenteurer schon oft gehört. Nun, nach über zwei Jahren Erfahrungen mit dem Fahrrad in Afrika kann ich Folgendes sagen: Wenn man die Länder und Regionen, wo wirklich gerade Krieg und Hungersnot herrschen, auslässt, dann ist es gar nicht so unsicher.
Abenteuerbericht Mit einer freundlichen Einstellung den Einheimischen gegenüber, findet man immer jemanden, der einem gerne hilft. So lösen sich oft Probleme bald in Luft auf. Und alles, was man dafür tun muss, ist die nötige Geduld aufzubringen. Natürlich gibt es auch Leute, die einem übervorteilen, das sind vielleicht 10 Prozent der Menschen. Aber man lernt ziemlich bald, auch mit ihnen umzugehen.
In der ganzen Zeit bin ich nur einmal mit Banditen in Berührung gekommen und habe dann auch nur Geld verloren, zusammen mit einem etwas angekratzten Ego. Auch Krankheiten gab es ab und an. Mückenstiche, die sich entzündet haben, Malaria und Sonnenstiche. Doch wenn man etwas Geld hat und rechtzeitig einen Arzt aufsucht, dann heilt alles ziemlich schnell wieder ab. Nur in der Republik Kongo, wo mir Zahnschmerzen Probleme bereiteten, musste ich eine Weile leiden, bis ich endlich einen Zahnarzt gefunden hatte. Die Behandlung, direkt runter auf die Zahnwurzel gebohrt ohne Betäubung, hat tiefe Handabdrücke im Holzstuhl des Zahnarztes hinterlassen.
Meiner Erfahrung nach ist aber das Gefährlichste in Afrika der Strassenverkehr, allen voran die Reisebusfahrer. Rücksicht und Voraussicht darf man da nicht erwarten. Und da sind auch noch die wilden Tiere. Ausserhalb der Nationalparks gibt es aber leider nicht mehr viele. In den meisten Regionen begegnet man nur selten welchen. Aber dann sollte man allerdings wirklich wissen, wie man sich verhalten muss. Elefanten beispielsweise wollen Platz und zeigen dies mit den Ohren und dem Rüssel an. Löwen haben zum Glück Schichtarbeit: Von morgens um neun Uhr bis abends zur Dämmerung liegen die nur faul im Schatten rum. Abstand und Respekt lassen gefährliche Situationen mit den Tieren gar nicht erst entstehen.
Lässt man sich unvoreingenommen auf Afrika ein, wird man jeden Tag wieder mit neuen spannenden Geschichten und Einblicken belohnt. Geschichten, die man gerne weitererzählt. Darum würde es mich freuen, wenn wir uns bei einem meiner Vorträge sehen.
⋌Euer Jörg Heierli
Vorträge «Irgendwo in Afrika» von
Jörg Heierli
Samstag, 11. April von 18. 30 bis 20. 30 Uhr im Rathaus Bischofszell
Sonntag, 26. April von 17. 30 bis 19. 30 Uhr im Rathaus Bischofszell
Montag, 11. Mai von 18 bis 20 Uhr im APZ Amriswil
Eintritt Fr. 20.–, Kinder gratis
www.irgendwoinafrika.ch