23.04.2026 07:57
Ein Volksfest mit Ausstellung
Vergangenes Wochenende ging in Neukirch die GEWA26 über die Bühne. Die nur alle acht Jahre stattfindende Veranstaltung machte schon bei ihrer feierlichen Eröffnung am Donnerstagnachmittag, 16. April, deutlich, dass eine Gewerbeausstellung in Neukirch-Egnach nur mit Volksfest-Charakter denkbar ist.
Egnach Die Redner bei der Eröffnungsfeier der GEWA26 bliesen alle ins gleiche Horn: Gemeindepräsident Emil Müller, Roland Kauderer, der Präsident des Gewerbevereins Egnach, und Rolf Schläpfer, Vorstand des Thurgauer Gewerberbands, betonten alle in ihren Begrüssungsworten die zwischenmenschliche Komponente, die die GEWA zu einem speziellen Anlass mache. Co-OK-Präsident Theo Naef brachte diese Eigenheit wie folgt auf den Punkt: «Die GEWA ist eine Ausstellung, aber vor allem auch ein Fest.» Schon beim Eröffnungsapéro zeigte sich darum, dass die grosse, nur alle acht Jahre stattfindende Ausstellung auch bei der diesjährigen Ausgabe nicht nur das lokale Gewerbe präsentieren, sondern auch ein Begegnungsort sein will, der den Besucherinnen und Besuchern lange in Erinnerung bleibt.
Egnacher Volksfest mit Beteiligung des Gewerbes
Die GEWA26 ist bereits wieder Geschichte. Vier intensive Tage Gewerbeausstellung mit Volksfestcharakter sind schon wieder vorbei. Dass es nicht die letzte GEWA gewesen sein wird, steht jedoch wohl so gut wie fest. Denn die Worte der Begrüssungsredner, die hoch vom extra errichteten Pfaditurm aus ihre Worte an die Gäste des Eröffnungsapéros richteten, waren durchweg so positiv, dass alles andere als eine Wiederholung in acht Jahren eine grosse Überraschung wäre. «Es hat fast ein bisschen ein Gerangel gegeben, wer Sponsor der GEWA sein kann», meinte zum Beispiel Theo Naef, der zusammen mit Christian Lüthi das OK der Gewerbeausstellung präsidierte.
Wichtiges Ziel sei sicherlich, Produkte und Dienstleistungen, die aus der Gemeinde kommen, den Besucherinnen und Besuchern näher zu bringen. Doch genauso wichtig sei es auch, für die Menschen aus der Gemeinde eine Begegnungsstätte zu schaffen, meinte Theo Naef: «Hier sollen Menschen zusammenkommen, sich die Hände drücken und sich in Worten austauschen.»
Fast 100 Aussteller
Für das Gelingen der diesjährigen GEWA waren nebst dem OK noch viele Helferinnen und Helfer und 96 Aussteller verantwortlich. Manuela Stadelmann, Zuständige im OK für Marketing und Kommunikation, sah auch bei diesen einen Trend, der die Zusammenarbeit und das Zusammensein noch mehr in den Fokus rückte: «Die GEWA hat dieses Jahr viel weniger Trennwände und wirkt darum viel offener. Und wir haben auch viel mehr Gemeinschaftsstände als dies noch vor acht Jahren der Fall war.» Einziger Kritikpunkt, auf den sie immer wieder angesprochen werde, sei das gleichzeitige Stattfinden der OFFA, der Frühlingsmesse St.Gallen. Doch da man doch einige Tage Vorlaufzeit brauche, um die Ausstellung und das ganze Drumherum auf die Beine zu stellen, habe es keinen alternativen Termin gegeben: «Wir müssen die GEWA während der Frühlingsferien machen, denn sonst wird das Gelände rund um die Rietzelghalle von der Schule gebraucht.»
Die Terminkollision scheint jedoch zumindest am späten Donnerstagnachmittag für niemanden ein Problem gewesen zu sein. Denn als um Punkt 17 Uhr mit einem symbolischen Anschnitt einer Roulade die GEWA26 offiziell eröffnet wurde, hatte sich bereits eine Menschentraube vor dem Eingang gebildet, die auf ihren Einlass wartete.
Wichtiges Standbein einerGemeinde
Gemeindepräsident Emil Müller, der ebenfalls aus der zweiten Etage des von der ortsansässigen Pfadi Seesturm gebauten Turms zu den Gästen sprach, betonte in seinen Begrüssungsworten die wichtige Rolle, die das lokale Gewerbe im Gefüge einer Gemeinde innehabe: «Ohne unser Gewerbe wäre unsere Gemeinde nicht das, was sie ist.» Denn obwohl in den kommenden Jahren viel neuer Wohnraum in Egnach entstehen werde, müssten Unternehmen dafür sorgen, dass im Gleichschritt mit neuen Wohnungen auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden: «Mit der GEWA können wir zeigen, wie viel Potenzial und Kreativität in unserer Gemeinde steckt.»
Doch der Gemeindepräsident hob nicht nur die wichtige Rolle hervor, die das Gewerbe in der Gemeinde spielt, sondern auch jene der Vereine. Denn schliesslich waren 16 der 96 Aussteller Vereine aus dem Dorf: «Sie sind das Rückgrat und der Motor unserer Gemeinde. Sie zeigen jeden Tag, was Gemeinschaft heisst.»
Auch Rolf Schläpfer aus dem Vorstand des Thurgauer Gewerbeverbands betonte in seinen Begrüssungsworten, wie wichtig die lokalen Unternehmen und vor allem die Menschen, die dahinter stehen würden, für das Funktionieren des grossen Ganzen seien: «Ein starkes Gewerbe ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist das Resultat von Menschen, die anpacken.»
Roland Kauderer, Präsident des Gewerbevereins Egnach, ordnete dann auch noch den Stellenwert der Veranstaltung für die Gemeinde und die Region ein: «Die GEWA ist ein Fest für alle Generationen und das grösste wiederkehrende Fest im Oberthurgau. Darum können wir uns jetzt auf die schönsten vier Tage freuen.» Dass er diese Prognose nicht ohne Grund machte, erläuterte Roland Kauderer gleich auch noch anhand einer kleinen Episode, die sich nach der GEWA vor acht Jahren abgespielt habe. Er sei damals mit seinem Sohn am Tisch gesessen und habe mit diesem über das Erlebte diskutiert, als dieser ihm seine Einschätzung der GEWA mitgeteilthabe: «Papi, ich hätte nie gedacht, dass das geilste Fest überhaupt hier in Egnach stattfindet.»
Von David A. Giger